Interview : Saison  2014/15     Sirus Motekallemi   
   

 

 
  

2009/10
Jugendvereine

ASV Durlach
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Seniorenvereine


Brescia Calcio (IT, Serie B)
AC Bellaria Igea Marina (IT, Ser.C)
ASV Durlach 2009/10

Trainerstationen

ASV Durlach (Co.)
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pfoschdeschuss :
 
Servus Sirus. In der vergangenen Saison spielte der ASV eine überragende, überraschende Saison. Am Ende musstet ihr klein bei geben und den Aufstieg knicken. Was überwog? Schmerz, aufgrund des verpassten Aufstiegs oder das Gefühl, dass der ASV nach einer tollen Saison wieder lebt?
 
Sirus Motekallemi :
 
Hallo Oli. Natürlich war am Anfang die Enttäuschung groß. Wenn man so nah dran ist möchte man auch den letzten Schritt gehen. Es hat einige Tage gedauert, diese verpasste Chance zu verarbeiten. Grundsätzlich stimmt es aber, dass wir sehr stolz auf unsere Leistungen sein können. Der gesamte Verein, mit den vielen neuen Köpfen, hat eine unglaubliche Entwicklung vollzogen und der Spaß ist zurückgekehrt. Wir gehen insgesamt also mit einem guten Gefühl in die neue Runde und mit dem Anspruch uns stetig zu verbessern.
 
pfoschdeschuss :
 
Zur kommenden Saison konnte sich die Quaki-Truppe immens verstärken. Das wiederum heißt automatisch dass die Platzierung der letzten Runde verbessert werden soll. Ist der Aufstieg das einzig reale Ziel?
 
Sirus Motekallemi :
 
Man darf nicht vergessen, dass es einen starken Umbruch in der Mannschaft gab. Viele neue Spieler sind gekommen und viele alte sind gegangen. Ziel sollte immer das Maximum sein. Jeder einzelne Spieler, sowie wir als Trainerteam, wollen unser Bestes geben. Was am Ende dabei rauskommt, wird man sehen. Bei den Verpflichtungen der Neuen stand im Mittelpunkt, nicht die besten Einzelspieler zu uns nach Durlach zu holen, sondern das beste Kollektiv zu bilden.
 
pfoschdeschuss :
 
In Durlach hast du einst das Kicken begonnen; nach Durlach bist du zurückgekehrt und hast gerade in der schwierigen ASV-Zeit die Ärmel hochgekrempelt. Wie viel ASV verkörpert Sirus M.?
 
Sirus Motekallemi :
 
Der ASV ist mein Heimatverein. Ich bin in der Liebensteinstrasse gegenüber vom Vereinsgelände aufgewachsen. Meine Eltern leben heute noch hier. Es macht Spaß in einem Verein zu sein, mit dem man sich zu 100% identifiziert. Es steckt viel Herzblut in meinen Tätigkeiten. Vorallem glücklich bin ich aber, dass der Verein sich fangen konnte und wieder eine Zukunft hat. Es wurde innerhalb der neuen Vorstandsschaft Großes geleistet. Ein kleiner Teil von dieser Entwicklung zu sein, macht Freude.
 
pfoschdeschuss :
 
In deiner Vita ist die interessante Vita, Brescia Calcio, zu entdecken. Wie kam der Wechsel vom KSC nach Italien zustande?
 
Sirus Motekallemi :
 
Der Wechsel zu Brescia kam nach einem U17 Ligaspiel mit dem KSC in München bei 1860 zustande. Der damalige Chefscout von Brescia, mit dem ich heute noch befreundet bin, fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, nach Italien zu wechseln. Der Verein war damals aus der Serie A abgestiegen in die 2.Liga. Nachdem ich mir einige Zeit später alles angeschaut habe und der Verein sich sehr bemühte um mich, war ich mir schnell sicher, den Sprung zu wagen.
 
pfoschdeschuss :
 
Warum hat es mit dem Durchbruch beim italienischen Verein nicht geklappt?
 
Sirus Motekallemi :
 
Da haben sicher viele Faktoren eine Rolle gespielt. Zum einen hatte ich große Konkurrenz auf meiner Position im zentralen Mittelfeld. Zu dieser Zeit standen ehemalige Nationalspieler wie Luigi Di Biagio oder später Alessio Tacchinardi vor mir. Zum anderen zog ich mir in einer guten Phase, in der ich regelmäßig zum Kader der 1.Mannschaft gehörte, das vordere Kreuzband. Sehr bitter wurde es als ich sechs Monate später bei meinem Comeback bei der Primavera (der 2.Mannschaft) gegen Inter Mailand mir erneut das Kreuzband riss. Verletzungen und letztendlich schlechte Beratungen und falsche persönliche Entscheidungen führten dazu.
 
pfoschdeschuss :
 
Land, Sprache, Leute ... du bist nach Brescia in die italienische dritte Liga gewechselt. Was unterscheidet den italienischen Fußball unter den beiden oberen Profiligen vom deutschen Fußball in gleichen sportlichen Regionen?
 
Sirus Motekallemi :
 
Anmerkung: Brescia war damals Zweitligist. In Italien liegt der Schwerpunkt im Spiel sicherlich in der Taktik. Von klein auf sind die Spieler taktisch sehr gut geschult. Während hier in Deutschland sehr viel Wert auf die Athletik und Kraft der Spieler gesetzt wird, standen in Italien technische und eben taktische Elemente im Vordergrund. In den Jugendkonzeptionen und der Infrastruktur ist man hier in Deutschland um einiges weiter, was den Abstieg des italienischen Fußballs ein wenig erklärt.
 
pfoschdeschuss :
 
Wie muss man sich das vorstellen, wenn ein Jugendlicher ins Ausland wechselt? Was fiel am schwersten?
 
Sirus Motekallemi :
 
Am schwersten war der Abschied von Familie und gewohntem Umfeld. Mit 17 von Zuhause weg zu gehen war nicht einfach, zudem ich kein Wort italienisch gesprochen habe damals. Auf der anderen Seite ist man jung, motiviert und ehrgeizig. Ich hatte großes Glück sofort Anschluss zu finden, Freundschaften zu knüpfen und war schnell integriert. Am meisten fehlt mir die italienische Küche, das gute Wetter und die Gazzetta dello Sport. :-)
 
pfoschdeschuss :
 
Mit 25 Jahren stehst du in der Blüte des Leistungsvermögens. Was sind deine sportlichen Ziele, was deine beruflichen?
 
Sirus Motekallemi :
 
Ich glaube nach mittlerweile vier Kreuzbandrissen wars das mit der Blüte meines Leistungsvermögen.. :-) ob ich selbst nochmal spiele hängt von meinen Körper ab. Als Trainer möchte ich weiter meinem Weg gehen und Erfahrungen sammeln und weitergeben. Irgendwann als Trainer nach Italien zurückzukehren wäre eine schöne Sache.
 
pfoschdeschuss :
 
Rückblickend. Welcher deiner Trainer war dein größter Mentor; welcher deiner Mitspieler der beste; welcher deiner Kameraden der größte Entertainer?
 
Sirus Motekallemi :
 
Mein größter Mentor als Trainer war Wilfried Trenkel beim KSC. Ein sehr guter Trainer der mir viel mitgeben konnte. Sicher hatte ich großes Glück mit vielen sehr tollen Fußballern zu spielen. Marek Hamsik zum Beispiel, der heute beim SSC Neapel spielt, Alessio Tacchinardi oder Savio Nsereko. Viel zu Lachen in der Kabine hatte ich immer mit Patrick Becker, Dennis Hascher und Michael Stolz.
 
pfoschdeschuss :
 
Der erste Kontakt mit dem Vereinsfußball. Kannst du dich daran erinnern und wer war damals dein Idol?
 
Sirus Motekallemi :
 
Ich habe als kleiner Junge immer auf dem Hartplatz des ASV gekickt. Bis ich meinen Vater überreden konnte mich anzumelden bei der F-Jugend damals. So hat eigentlich alles angefangen. Mein Idol war immer Maradona.
 
pfoschdeschuss :
 
Du hättest die Möglichkeit im Fußball etwas zu ändern ...
 
Sirus Motekallemi :
 
... dann würde ich mir mehr Menschlichkeit wünschen. Jungen Spielern würde ich raten bescheidener zu denken. Das Spiel selbst, die Freude und die Leidenschaft sollten wieder mehr im Vordergrund stehen. Ein wenig romantisch ich weiß, aber in den oberen Ligen geht es nur noch um Geld und Status.
 
pfoschdeschuss :
 
Über was ärgerst du dich - wer oder was bringt dich zum Lachen?
 
Sirus Motekallemi :
 
Ärgern tue ich mich über unzuverlässige Menschen oder Staus. Zum Lachen bringen mich Freunde.
 
pfoschdeschuss :
 
Welche Frage würdest du gerne wem stellen?
 
Sirus Motekallemi :
 
Pep Guardiola, ob ich bei ihm hospitieren könnte ...
 
pfoschdeschuss :
 
Beim wäre noch ein Sorry angebracht; bei wem hingegen würdest du gerne nochmal Danke sagen?
 
Sirus Motekallemi :
 
Menschen, die ich enttäuscht habe. Ein Danke geht an meine Eltern.
 
pfoschdeschuss :
 
Sirus M. würde nie ...
 
Sirus Motekallemi :
 
... gegen Steffen Haas auf der Playstation bei "FIFA" verlieren ...
 
pfoschdeschuss :
 
Welche Fähigkeiten würdest du gerne besitzen?
 
Sirus Motekallemi :
 
... die Fähigkeit Frauen zu verstehen.
 
pfoschdeschuss :
 
Welche Nachricht hat dich zuletzt schockiert?
 
Sirus Motekallemi :
 
Patrick Becker wechselt nach Durlach-Aue.
 
pfoschdeschuss :
 
Was würdest du als deinen größten sportlichen Erfolg bezeichnen. Welches sportliche Ereignis würdest du hingegen gerne streichen?
 
Sirus Motekallemi :
 
Streichen würde ich gerne die Abstiege mit dem ASV. Mein größter sportlicher Erfolg ist jeder Tag an dem ich unbeschwert Fußball spielen kann.
 
pfoschdeschuss :
 
Was machst du, wenn der Fußball nicht im Mittelpunkt steht?
 
Sirus Motekallemi :
 
Mit Freunden und Familie entspannen oder ins Café gehen.
 
pfoschdeschuss :
 
Was war die wichtigste Erfindung? Was braucht die Welt nicht?
 
Sirus Motekallemi :
 
Gute Frage ... Das Telefon, das Internet und der Fußball. Was die Welt nicht braucht sind Nukleare Waffen.
 
pfoschdeschuss :
 
Drei Wünsche zum Abschluss?
 
Sirus Motekallemi :
 
Gesundheit, Gesundheit, Gesundheit.
 

 

pfoschdeschuss OR , 25.08.2014

 


 
 
 
             
                                                                               

Trainingszeiten: Dienstag, Donnerstag und Freitag 18.30 bis 20.00 Uhr